Fliegen lernen Teil 7

Heute war der siebente Tag.

 

Meine Frau meint der Vergleich wäre „unpassend“. Aber irgendwie haben der TRAINER und ich – ohne es so zu planen – uns an die Jahrtausende geltende Weltordnung gehalten. 6 Tage Fliegen (allerdings in

6 Wochen) und am 7. Tage ruhen. Und rückblickend „sehen dass es gut war . . .

 

Tatsächlich war vorige Woche – die 7. Woche in Reihe – nix mit der Fliegerei. Der TRAINER hatte über

3 Tage am Wochenende seine großen Auftritte mit Fliegerteam und Pferden in der ARENA NOVA in Wiener Neustadt. Da gab’s einige Nacharbeiten – und dann kam der Föhn ohne Ende.

Ich weiß, manche von Euch lieben ihn. Irgendwann werde ich vielleicht auch so weit sein.

Aber jetzt macht er mir nur Ecken und Kanten in meine Fliegerei . . .

 

Also war heute in der achten Woche der 7. Flugtag.

Prächtig, abziehende dünne Nebel, fast windstill, dann untergehende Sonne . . .

 

Thema „LANDEN, LANDEN, LANDEN“. Ist ja wunderbar. mit dem alten LASERFISH so ganz flach übers Gras zu streichen und schließlich sanft wie auf Samt aufzusetzen. Persönlich finde ich diese letzten paar Meter bei Windstille richtig geil. Immer wieder ein beeindruckendes Gefühl.

„Ground kissing time“ nennen manche AMIs diesen Moment. Und das stimmt so – ganz und gar. Zumindest für Anfänger – wo es noch nicht zur unbeachteten Routine geworden ist.

 

Doch vor diesem Vergnügen ist noch immer intensive Arbeit – oder besser KONZENTRATION – nötig. Nichts bekommt man geschenkt. Auch gute Landungen nicht. Schon gar nicht.

 

Vom Start weg – Ihr kennt das Alle – heißt es noch immer Höhe gewinnen (der FISH ist etwas schwach)

– weit hinaus – um dann die Kurve zum Platz richtig einzuschätzen – Höhe abbauen – ohne die Ruder hektisch zu bewegen – durchstarten, weil zu hoch – oder zu niedrig – noch eine halbe Runde – Motor wieder aus – Segeln – die andere Rundenhälfte – nicht auf die am Rand stehenden Piloten zielen . . .

und so weiter, so weiter . . .

 

Zum Glück hat der TRAINER wieder zu Rauchen begonnen. Das gibt gute Pausen dazwischen. Höflich wie er immer ist sagt er, dass meine Fliegerei nicht der Grund war das alte Laster wieder zu aufzunehmen. Tatsächlich hat sich jedenfalls meine persönliche Aufregung von früher gelegt.

Ich weiß nun, dass wir nicht nur einander, sondern auch dem Flieger vertrauen können.

Und so über weite Zeiträume zu Dritt einen ganz guten Job machen – zumindest bei Windstille.

 

Unsere Kollegen und Besucher am Platz haben uns auch wieder ohne „Murren“ ertragen – DANKE!

 

Bei diesen wertvollen Kontakten habe ich wieder Einiges über die Eigenheiten von Verbrennern gelernt. Über Methanol, Nitromethan und Synth.-Öle speziell für diese Motoren. Eine grundsätzlich edlere

( = Preis) Mixtur als Benzingemisch – mit eben mehr POWER.

 

Unser nächster Flugtag wird wieder LANDEN heißen. Ggf. bei Wind. Und der erste Einsatz meiner BEAVER – mit Querrudern – die ich bisher noch nie geflogen habe. ÜBERRASCHUNG! Eine ganz andere Art und Aufgabe, da es dann mit dem SEGELN vorbei sein dürfte.

 

Jedenfalls geht’s nach der MESSE – wir sehen uns – bald weiter mit unserem „TRAINER – TRAINING“

 

Willi Brandt

22.10.2012